Buchrezension: Britannica & Ich

Brittanica & IchHabe gerade gestern ein sehr interessantes Buch abgeschlossen, das ich Euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte. Es handelt sich um das Buch „Britannica & Ich“ vom amerikanischen Autor A.J. Jacobs. Bereits der Titel und das schlichte schwarz-goldene Cover haben mich in der Bibliothek neugierig gemacht. In dem Buch geht es um das Projekt des Verfassers die Encyclopaedia Britannica, immerhin das umfangsreichste gedruckte Nachschlagewerk der heutigen Zeit von A bis Z durchzulesen.

Jacobs, der sich früher einmal für den intelligentesten Jungen der Welt hielt, ist als Mittdreißiger als Journalist im Gala-Bereich tätig und fühlt sich seiner hoch gebildeten Verwandtschaft, vor allen Dingen seinem Schwager und seinem Vater nicht ebenbürtig. Er beschließt also sich die komplette ehrwürdige Britannica in ihrer 32 Bände-Ausgabe einzuverleiben. Dabei lässt er den Leser an seinem Wissen teilhaben, erzählt zu ausgewählten Beiträgen von A bis Z Bemerkenswertes, Tragisches, Erstaunliches und vor allen Dingen viele Kuriositäten. Man erfährt zum Beispiel, dass der Plot von „Planet der Affen“ schon bei den Azteken eine Utopie war oder das Tomaten eigentlich Obst und kein Gemüse sind.

Ach so, mag ein mancher jetzt denken und abwinken, ein neues Lexikon der Merkwürdigkeiten, ein Liste seltsamster Fakten. Aber nein, weit gefehlt. Zwar ist das Buch tatsächlich wie ein Nachschlagewerk in unterschiedliche Lexika-Artikel eingeteilt, Jacobs gelingt aber das Kunststück in diese einzelnen Beiträge soviel von seinem privaten Leben und vor allen Dingen, wie es ihm mit seinen neu erworbenen Erkenntnissen im Alltag so geht, einfließen zu lassen, dass es sich fast wie ein Roman lesen lässt. Witzig beschreibt er, wie er, der schließlich auf dem Weg ist, einer der klügsten Köpfe des Landes zu werden, bei einem Kreuzworträtsel-Wettbewerb scheitert, seine Frau Julie und Freunde mit unerheblichem Faktenwissen nervt und bei „Wer wird Millionär“ leider nur mit 1000 Dollar nach Hause gehen muss. Nach über einem Jahr kann Jacobs das Projekt erfolgreich mit dem Artikel über die polnische Kleinstadt „Zywiec“ abschließen und kommt zu dem Fazit, das Wissen und Intelligenz zwar nicht eins sind aber auf jeden Fall Nachbarn.

 

An dem Buch fand ich vor allen Dingen die Idee witzig, schließlich habe ich selber als Kind schon gerne in meinem Kinderlexikon geblättert und bin dort den Querverweisen von einem Artikel zum nächsten gefolgt. Die Verbindung von Wissensvermittlung und autobiographischem Roman gelingt Jacobs hervorragend, so dass sich das Buch quasi von alleine liest und an keiner Stelle zu trocken ist. Einziger Wehmutstropfen war für mich, dass ein amerikanischer Autor natürlich andere Fakten aus Geschichte, Geographie, etc in den Mittelpunkt stellt, als es ein europäischer tun würde. Insgesamt aber ein tolles, ungewöhnliches und unbedingt zu empfehlendes Buch!

Links zu weiteren „Britannica & Ich“-Rezensionen:
http://www.blogigo.de/lesezeichen/Britannica-ich/5434/
http://buch.germanblogs.de/archive/2006/09/11/173dpxsts5j6b.htm#fulltext

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Published in: on 17.7.2007 at 22:30  Schreibe einen Kommentar  

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